Co-Kreiere Deine Zukunft

Wie wichtig ist es für einen Entrepreneuren, seine Idee mit der Welt zu Teilen? Sollst Du Deine Geschäftsidee überhaupt mit Aussenstehenden besprechen, bevor Du Dein Produkt auf den Markt bringst? Wird Deine Idee gestohlen, wenn Du mit «Fremden» darüber sprichst?

 

Solange Du keine technologisch neue Lösung hast, die eine Patentierung benötigt, solltest Du das Feedback aussenstehender Dritter einholen. Ausserdem bist Du meistens nicht die erste oder einzige Person, die auf Dein identifiziertes Problem gestossen ist und sich zur Lösung dieses Problems Gedanken gemacht hat. Keine Angst, dies ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass ein Bedürfnis der Problemlösung im Markt besteht. Dementsprechend ist das Feedback von aussenstehenden Dritten zum eigenen Lösungsvorschlag für das Vorantreiben Deines Startups essenziell. Umso besser, wenn Du die Feedbackgeber als Mitstreiter mit ins Boot holen kannst. Doch wer kommt als Partner in Frage? Zu Beginn, alle Anspruchsgruppen Deiner Geschäftsidee, also auch Konkurrenten, Lieferanten, potenzielle Kunden oder Kapitalgeber. Du wirst Dich nun bestimmt fragen, wie können Konkurrenten wichtige Partner sein? Niemand kennt die Branche so gut, wie Deine Konkurrenten. Im Gespräch mit ihnen erfährst Du oft, welches die grössten Herausforderungen in der Branche sind und worauf Du achten musst. Agierst Du gegebenenfalls als Copycat, so könnten Deine «Ideenlieferanten», die oft in anderen Ländern tätig sind, über die Ideenbeschaffung und die Geschäftsmodellentwicklung hinaus bei künftigen Expansionsversuchen ein wichtiger Kooperationspartner werden. Erfahrene Entrepreneure, die das Prinzip der Co-Kreation verfolgen, sehen ihre Konkurrenten mehr als mögliche Partner, als verbissene Konkurrenten.

 

Ausserdem ist es unausweichlich, dass Du Deiner Wertschöpfungskette entlang gehst und entscheidest, welche Schritte Du selbst übernimmst und welche Du outsourcst, sprich, für welche Du einen Partner brauchst. Mittels dieser Analyse vermeidest Du, dass Du Dich lediglich auf die Probleme der Endkunden fokussierst und Dir somit gewinnträchtige Möglichkeiten entgehen. Durch diesen Schritt wirst Du merken, dass Dein zu Beginn angepeilter B2C-Ansatz sehr wahrscheinlich weniger lohnend ist als ein B2B-Ansatz. Klar gehen beim Outsourcing Margen verloren. Dafür sparst Du Dir die hohen Kosten der Kundenakquise, die höher ausfallen, als die Marge, die Dir bei der Adressierung der Endkunden entgeht. Ein Blick auf die «Inc. 500» (die wachstumsstärksten Unternehmen der USA, die Gebrauchsgüter anbieten) und es fällt Dir auf, dass knapp 90 % dieser Unternehmen im B2B-Markt tätig sind. Somit ist es unerlässlich, Dich mit Deinen Lieferanten zu besprechen und von ihren Erfahrungen und Wissen zu profitieren. Bekanntlich kennen sie die Wertschöpfungskette und die dazugehörigen Player, Produkte, Fallstricke etc.

 

Auch das Feedback von potenziellen Kunden ist bedeutungsvoll. Sie sind die ersten, die Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung testen. Wenn Du die Möglichkeit hast, gewinne relevante Kunden als sogenannte Lead User um Deine Lösung voranzutreiben, um am Ende die bestmögliche Lösung möglichst vielen Nachfragern anzubieten. Auch Investoren können durch ihr Feedback einen wesentlichen Teil zur Weiterentwicklung Deiner Lösung beitragen. Wahrscheinlich hast Du vom Begriff «Smart Money» bereits gehört. So fügen sie «nicht nur» Geld Deinem Mittelinventar bei, sondern stehen mit Rat (und Tat) zur Seite, vernetzten Dich mit wichtigen Kontakten oder erweitern Dein Kompetenzenportfolio.

 

Durch die Zusammenarbeit wird Dein Mittelinventar wie auch Dein Zielportfolio erweitert. Wichtig beim Eingehen von Kooperationen mit Partnern ist für Dich, dass Du Dir Deines leistbaren Verlustes klar bist und diesen in den Verhandlungen mit Deinen Partnern vor Augen hältst. Versuche gemeinsam mit Deinen Partnern auf Basis eurer individuellen Mittelinventare, euren leistbaren Verlusten und euren Zielportfolios zu verhandeln und die gemeinsame Zukunft zu gestalten. Das Interessante am Unternehmertum ist, dass niemand weiss, was die Zukunft bringen mag.