ITEM gewinnt den HSG Impact Award doppelt!

ITEM-HSG gewann zwei der drei HSG Impact Awards 2020 mit den folgenden Projekten (Detail siehe unten):

  • "Quartierstrom – Eine Plattform für die nachhaltige Energieversorgung des Quartiers" von Prof. Dr. Felix Wortmann und Arne Meeuw, Ph.D.
  • "Business Model Innovation for the Circular Economy" von Prof. Dr. Karolin Frankenberger, Fabian Takacs und Prof. Dr. Oliver Gassmann

Nachhaltige Energieversorgung fürs Quartier
In den meisten Ländern ist das Energieversorgungssystem stark von fossilen und nuklearen Brennstoffen abhängig. Im Jahr 2016 wurden etwa 61% der weltweit produzierten Elektrizität aus Gas und kohlebefeuerten Kraftwerken erzeugt. Auf Kernkraftwerke entfielen 10% und die Wasserkraft als wichtigste erneuerbare Quelle machte 17% der jährlichen Stromerzeugung aus. Viele Länder haben ehrgeizige Ziele zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vorgelegt. Dabei steht die Stromerzeugung mehr und mehr im Mittelpunkt, da auch Mobilität und Wärmeversorgung in Zukunft auf Strom setzen. Photovoltaik (PV)-Systeme werden als ein zentraler Eckpfeiler dieser ehrgeizigen Dekarbonisierungspläne angesehen. Der intensive Einsatz von PV-Systemen führt jedoch zu gravierenden Herausforderungen. Das heutige Energieversorgungssystem wird auf den Kopf gestellt. Grosse, zentrale Energieerzeuger sollen durch viele kleine, dezentrale PV-Systeme ersetzt werden. Dabei muss Strom zur gleichen Zeit erzeugt und verwendet werden. «Zu viel» Sonne führt schon heute dazu, dass über PV-Systeme zu viel Strom produziert wird und so die Stabilität des Stromnetzes in Gefahr ist. Kaum Sonne bedeutet dagegen keinen oder wenig Strom. Hier setzt die Energieplattform «Quartierstrom» an. Die Grundidee: Lokal produzierter Strom soll vor Ort verbraucht werden. Dazu wurde in Walenstadt, SG, ein lokaler Strommarkt aufgebaut, in dem 37 Haushalte lokal produzierten Solarstrom handeln. Die Plattform ist seit Anfang 2019 in Betrieb und basiert auf den Prinzipien «grün, lokal, fair».

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Geschäftsmodelle für die Zukunft
Bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Nicht zuletzt, da auch die Kunden mehr Wert auf Klima- und Umweltschutz legen. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch grosse Unterschiede, wie Unternehmen versuchen ihr Geschäftsmodell anzupassen. Bereits 2012 wurde ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das Unternehmen ein Management-Tool zur Geschäftsmodellinnovation anbietet: der «Business Model Navigator». Unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds entwickelte ein interdisziplinäres Team um Professorin Karolin Frankenberger diesen Ansatz weiter. Das Ziel: das Thema Nachhaltigkeit und Geschäftsmodellinnovation zu verknüpfen und nachhaltige, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auf «Circular Economy» setzen. Unternehmen wie V-Zug, die Schoeller Textil AG, Bosch und viele andere haben ausgehend von diesem Ansatz ihre Geschäftsmodelle nachhaltig verändert.

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